46 DAS FELD
nach dem gleichnamigen Roman von Robert Seethaler
In einer Bühnenfassung von Ruth Rutkowski und Carsten Hentrich
Mit seinem neuen Projekt bringt das Ensemble von Fensterzurstadt die Theateradaption von Robert Seethalers Roman „DAS FELD“ an einem besonderen Ort auf die Bühne: in einer alten, leerstehenden Halle auf dem Gelände der Hainhölzer Höfe, die selbst Spuren der Vergangenheit und Verwandlung in sich trägt.
Dreizehn Darsteller*innen aus Hannover geben den Romanfiguren von Robert Seethaler ihre Stimmen. Sie erzählen von Menschen, die in einer kleinen Stadt gelebt haben und nun aus der Stille einer Welt zwischen Leben und Tod sprechen. Ihre Erinnerungen verweben sich zu einem Mosaik über Verlust, Schuld, Liebe, Sehnsucht und das Menschsein an sich. Dabei entsteht kein Drama mit linearer Handlung, sondern ein vielstimmiges Erinnerungsgeflecht, dass in den Klangräumen der Inszenierung und der Musik neu entfaltet und verbunden wird.




11
JUN
DAS FELD
Premiere
Spieltermine:
DAS FELD
JUNI 11 / 13 / 14 / 17 / 18 / 22 / 25
JULI 04 / 05 / 06
jeweils um 19:30 Uhr
Zusatzvorstellungen:
September 28 / 30
Oktober 01
Veranstaltungsort:
Hainhölzer Höfe,
Helmkestraße 5B,
30165 Hannover
Vorverkauf:
HAZ Ticketshop
Onlineverkauf: https://www.eventim.de/eventseries/fensterzurstadt-das-feld-nach-dem-roman-von-robert-seethaler-3936632/?affiliate=HZA
HAZ & NP Ticketshop im Theater am Aegi
HAZ & NP Ticketshop im Musik Kiosk am Kröpcke
HAZ & NP Ticketshop Hannover-City
Kartentelefon:
0 5 11 – 213 31 35
Vorbestellungen:
karten@fensterzurstadt.de
Eintritt:
20,00 € (Vollzahler)
15,00 € (ermäßigt)
Kontakt
Ansprechpartner: Carsten Hentrich
Mobil: 0170 / 167 19 79
E-Mail: post@fensterzurstadt.de
Rückblick aufs Leben
Ein Totentanz im Theater Fenster zur Stadt
Hannoversche Allgemeine13 Jun 2025
Von Frank Kurzhals
Blick zurück aufs Leben: Das Theater Fenster zur Stadt aus Hannover spielt „Das Feld“von Robert Seethaler.
Annelie Lorbeer ist 105 Jahre alt und stellt im Rückblick auf ihr langes Leben ganz unsentimental fest, dass vieles sehr unwürdig wird, wenn es dem Ende zugeht. Gleichzeitig erkennt sie: „Ohne Würde ist der Mensch ein Nichts.“Dann beginnt sie zu präzisieren. Die Würde, sie „liegt im Blick der anderen“.
Es ist ein erfahrungsgesättigter Satz, der so schlicht wie beeindruckend ist. Nur wird er in dem Stück „Das Feld“, inszeniert von Ruth Rutkowski und Carsten Hentrich für das Theater Fester zur Stadt, nicht von einem noch lebenden Menschen gesprochen, sondern von einem, der schon längst verstorben ist. Susi Peter-Just spielt die aus dem Hades sprechende Greisin, die sich in bester Gesellschaft anderer Toter befindet.
Sie ist eine der Stimmen von verstorbenen Paulstädter Bürgern, die in dem 2018 erschienenen 240-Seiten-Roman des Erfolgsschriftstellers Robert Seethaler auf dem Feld eines Friedhofes liegen. Aus dieser Perspektive blicken sie auf ihr gelebtes Leben zurück und fragen sich, was sie richtig oder falsch gemacht haben, was aus ihrem Leben überhaupt erwähnenswert ist.
Ein verrückter Pfarrer, wunderbar gespielt von Werner Ganske, denkt an seine Kindheit, natürlich auch an seine Berufung zum Pfarrer und daran, wie er die örtliche Kirche in Flammen gesetzt hat.
Eine gealterte Frau, die ihre 67 Liebhaber gedanklich Revue passieren lässt und alle in den Bereichen Pflicht und Kür bewertet, ist gar nicht so unzufrieden mit ihrem Leben. Aber wirklich glücklich ist sie auch nicht.
Alle der insgesamt über zehn Charaktere lebten ehedem im gleichen Ort und so, wie sie sich dort trafen, treffen sie sich jetzt im Jenseits, um über ihre verblassenden Erinnerungen zu sprechen. Dieses Jenseits
ist in Hannover eine faszinierend alte, leerstehende Fabrikhalle auf dem Gelände der Hainhölzer Höfe. Besser hätte es das Theater Fenster zur Stadt für seine Inszenierung kaum treffen können.
Anleihen hat die Inszenierung beim griechischen Drama genommen. Der Einzelne steht dem Chor der anderen aus dem Dorf gegenüber. Das ist von überzeugender Schönheit. Sie kommentieren sich gegenseitig, verfallen ins Schweigen, stehen geradezu surreal untot im Raum, tanzen als Tod oder bewegen sich somnambul. Passend sind alle von Ruth Rutkowski (Kostüme) in blasse Farben gekleidet, die tiefe Bühne (Melanie Huke) ist mit grauen Sitzmöbeln sparsam ausgestattet.
Die Konzentration liegt auf den Lebensgeschichten, die nach und nach keine individuellen Geschichten mehr sind, sondern zu jedermanns Geschichten werden. Alle Personen sind auf mäandernden Wegen zu einem letztlich vergeblichen Glück, das lässt sie der Tod erkennen.
SPIEL: Elke Cybulski, Emma Djampour, Alexandra Faruga, Elisabeth Frank, Werner Ganske, Carsten Hentrich, Ghasem Hosseini, Susi Peter-Just, Hendrik Massute, Myria Meinert, Doro Schnückel, Heino Sellhorn, Floriana Sommerauer, Jörg Timmermann // INSZENIERUNG &
PROJEKTLEITUNG: Ruth Rutkowski, Carsten Hentrich // MUSIK: Heino Sellhorn // BÜHNE: Melanie Huke // BÜHNENASSISTENZ: Sabine Krammling // KOSTÜME: Ruth Rutkowski //
LICHT: Alexander Tripitsis // FOTOGRAFIE: Frank Schinski // GRAFIK/GESTALTUNG: Melina Gross
Gefördert durch:
DAS FELD ist ein Projekt von fensterzurstadt.46 und wird gefördert vom
KULTURBÜRO DER LANDESHAUPTSTADT HANNOVER,
NIEDERSÄCHSISCHES MINISTERIUM FÜR WISSENSCHAFT UND
KULTUR und der SHANNOVERSTIFTUNG
Aufführungsrechte beim Rowohlt TheaterVerlag, Hamburg
Robert Seethaler, Das Feld. © 2018 Hanser Berlin in der Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, München.