20 Robin Hood 

 Als Raubsamariter ist Robin Hood der Vorkämpfer für soziale Gerechtigkeit, dessen Abenteuer und Geschichten fesseln und Hoffnung machen. Das Musik-Schau-Spiel für Erwachsene und große Kinder erzählt von der Sehnsucht nach Gerechtigkeit und von der vitalen sozialrevolutionären Kraft dieser Geschichte die heute nach wie vor topaktuell ist.

Der König der Diebe, der bei allen halsbrecherischen Abenteuern immer ins Schwarze trifft, der den Reichen nimmt, was er den Armen gibt, ist der Prototyp eines Universalhelden. Er diente als Ahnherr für Spiderman und Batman und ist mehrfach zum Vorkämpfer für soziale Gerechtigkeit stilisiert worden. Seine Abenteuer und Geschichten machen Hoffnung, sie rufen zu Zivilcourage auf und fordern das Engagement für die Schwächeren durch mutiges Handeln.

Die erzählende Kraft dieser durch die Jahrhunderte überlieferten Legende ist Ausgangspunkt für die zweite Koproduktion zwischen Theater fensterzurstadt, Theaterwerkstatt Hannover und dem Theater Triebwerk.

 

Ende der Legende


Es hat Witz, wie das Theater Fensterzurstadt, die Theaterwerkstatt Hannover und das Theater Triebwerk in einer Koproduktion die Legende des ehrenwerten Kämpfers für Gerechtigkeit entzaubern und auf den Boden der Tatsachen holen. Statt Gold gibt es eine Stulle - und so wie die Schauspieler daran kauen, dürfte sie einigermaßen trocken sein […]

Die drei freien Theater präsentieren unter der Regie von Ruth Rutkowski eine besonders verspielte Variation des Mythos Robin Hood.[…]

Auf der Bühne der Theaterwerkstatt im Pavillon präsentiert das Ensemble aus vier Schauspielern und zwei Musikern eine ironisch-augenzwinkernde szenische Collage und zeigt die feine Kunst, aus wenigen Mitteln viel Theater zu machen. Da genügen ein paar Taschenlampen, um in der Dunkelheit eine schaurige Atmosphäre zu zaubern.[…]

Vollen Körpereinsatz liefern Carsten Hentrich und Alexandra Faruga im Zweikampf, bei dem aus dem Theaterspiel blutiger Ernst zu werden scheint. Wie Hentrich zudem die Backen plustert und halb stolz, halb verschämt als Pferd über die Bühne trabt, gehört zu den schönsten Momenten des leicht anarchischen Schauspiels, das aus einer ganzen Reihe von versponnenen Momenten besteht. Dazu gehören immer wieder ironische Überhöhungen einer guten, alten Zeit, die anscheinend noch echte Helden kannte.

 

 

Hannoversche Allgemeine Zeitung  03/2011

05

MÄR

Premiere:

Robin Hood

MÄR 2011

Theaterwerkstatt Hannover

Von und mit: 

Matthias Alber,

Elke Cybulski,

Alexandra Faruga,

Carsten Hentrich,

Uwe Schade,

Heino Sellhorn.

Musik:

Uwe Schade,

Heino Sellhorn.

Inszenierung: 

Ruth Rutkowski

Bühne, Licht: 

Melanie Huke,

Alexander Tripitsis

Organisation: 

Sabine Trötschel

 

Urkomisches aus Sherwood Forest​

Es geht in den Sherwood Forest, zu "Robin Hood". Das Theaterkollektiv Theaterwerkstatt, Fensterzurstadt und Theater Triebwerk schaut auf den mittelalterlichen Raubsamariter und destilliert aus der Story zeitgemäße Sehnsüchte nach Gerechtigkeit. Auf einem großen Schachbrett arbeiten sechs Darsteller die Topoi und Klischees des Klassikers ab, mit viel feiner Ironie und hauchzartem Humor. Ein Reporter mit Mikrofonwuschel sorgt für die Einblicke in die Welt der Gesetzlosen. Was da beim Bogenschießen, Beuteverteilen, beim Überfall und Eichenpflanzen herauskommt, ist urkomisch. Grandios Elke Cybulski als "Rotkehlchen" und Carsten Hentrich als ehrfurchtsvoller Interviewer. Das Ensemble leistet sich wohltuend viel Stille, die wie im Falle des Rotkehlchens sogar im totalen Verstummen endet. Überhaupt eine Inszenierung einfachster Mittel, der Geräusche und dichten Atmosphäre. Dramaturgisch drohen die Schlaglichter, Skizzen und assoziativen Momente im Sand zu verlaufen. Ein tragender Gedanke hätte für mehr Spannung gesorgt.

Neue Presse  03/2011

Gefördert durch:

das Land Niedersachsen, das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover, die Stiftung Niedersachsen und die  [removed]HannoverStiftung. 

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